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<title>Welthunger</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Welthunger</span></h1>
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<p>Als <b>Welthunger</b> wird die Situation beschrieben, dass viele Menschen auf der Welt nicht genügend Nahrungsmittel zur Verfügung haben. Jährlich sterben weltweit etwa 9 Millionen Menschen an Hunger.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Abgrenzung_zu_Unterernährung"><span id="Abgrenzung_zu_Unterern.C3.A4hrung"></span>Abgrenzung zu Unterernährung</h2></div>
<p><a href="Unterern%C3%A4hrung" title="Unterernährung">Unterernährung</a> liegt vor, wenn die tägliche Energiezufuhr über einen längeren Zeitraum unter der Mindestmenge liegt, die für ein normales, aktives und gesundes Leben erforderlich ist. Diese ist von Land zu Land verschieden und beträgt laut FAO 1700 kcal bis 2050 kcal täglich, in Abhängigkeit von demographischen Faktoren wie Alter, Geschlecht, Größe und Aktivitätsniveau der einzelnen Personen. Die Unterernährung wird ausschließlich anhand der ausreichenden Zufuhr von <a href="Nahrungsenergie" class="mw-redirect" title="Nahrungsenergie">Nahrungsenergie</a> bestimmt. Sie berücksichtigt weder die Qualität noch die Vielfalt der Ernährung einer Person. Das bedeutet, dass sie nur eine Komponente der <a href="Mangelern%C3%A4hrung" title="Mangelernährung">Mangelernährung</a> ist: ein weiter gefasster Begriff, der auch andere Arten von Nährstoffmangel, wie z. B. Mikronährstoffe, umfasst.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die <a href="Ern%C3%A4hrungs-_und_Landwirtschaftsorganisation_der_Vereinten_Nationen" title="Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen">FAO</a> verwendet den Indikator Prävalenz der Unterernährung (<i>Prevalence of Undernourishment, PoU</i>) zur Erfassung des Hungers auf globaler und regionaler Ebene, basierend auf Länderdaten über die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, den Nahrungsmittelverbrauch und den Energiebedarf.
</p><p>Viele Menschen sind zwar nicht derart unterernährt, dass sie unter körperlichen Beschwerden leiden, die durch eine ungenügende Zufuhr an Nahrungsenergie verursacht werden, aber sie können dennoch von Ernährungsunsicherheit betroffen sein. Sie haben zwar Zugang zu Nahrungsmitteln, um ihren Energiebedarf zu decken, aber keinen regelmäßigen Zugang zu ausreichend gesunden und nahrhaften Lebensmitteln oder nicht genügend Mittel zur Nahrungsbeschaffung. Die Prävalenz der moderaten oder schweren Ernährungsunsicherheit (<i>Prevalence of moderate or severe food insecurity</i>) ist eine Schätzung des prozentualen Anteils der Bevölkerung eines Landes, der Schwierigkeiten hat, sich ausreichend gesunde und nahrhafte Lebensmittel zu verschaffen.
</p><p>Globale, regionale und länderspezifische Schätzungen der <a href="Pr%C3%A4valenz" title="Prävalenz">Prävalenz</a> der Unterernährung und der Prävalenz von mäßiger oder schwerer Ernährungsunsicherheit werden jährlich im Statusbericht <i>State of Food Security and Nutrition in the World</i> veröffentlicht.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dagegen konzentriert sich der <i>Global Report on Food Crises</i><sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> auf die akute Ernährungsunsicherheit in einer begrenzten Anzahl von Ländern und Gebieten, die von akuten <a href="Hungersnot" title="Hungersnot">Hungersnöten</a> aufgrund von kriegerischen Konflikten, gravierenden wirtschaftlichen Schocks und extremen Wetterereignissen der letzten Jahre oder einer Kombination dieser Faktoren betroffen sind.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Daten_und_Fakten">Daten und Fakten</h2></div>
<p>Die Vereinten Nationen haben sich im Rahmen der <a href="Ziele_f%C3%BCr_nachhaltige_Entwicklung" title="Ziele für nachhaltige Entwicklung">Ziele für nachhaltige Entwicklung</a> das Ziel gesetzt, den Hunger in der Welt bis 2030 zu beseitigen. Nach einem jahrzehntelangen Rückgang und fünf Jahren relativer Stabilität seit 2014 jedoch ist der Anteil der unterernährten Menschen weltweit seit 2020 wieder gestiegen. So waren im Jahr 2022 laut FAO schätzungsweise 9,2 Prozent der Weltbevölkerung von Hunger betroffen, was deutlich über dem für 2019 geschätzten Niveau vor der COVID-19-Pandemie von 7,9 Prozent liegt. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie haben die Zahl der Hungernden in nur einem Jahr (von 2019 bis 2020) schätzungsweise um fast 90 Millionen erhöht.
</p><p>Am stärksten vom Hunger betroffen ist Afrika, dort stieg die Prävalenz im Jahr 2022 auf 19,7 Prozent (von 17,0 Prozent im Jahr 2019). In Asien und Lateinamerika mitsamt Karibik betrug die Prävalenz im Jahr 2022 8,5 Prozent bzw. 6,5 Prozent (im Jahr 2019 waren es 7,4 Prozent bzw. 5,6 Prozent), in Ozeanien 7,0 Prozent (nach 6,4 Prozent im Jahr 2019). In Nordamerika und Europa liegt die Prävalenz der Unterernährung unter 2,5 Prozent.
</p><p>In absoluten Zahlen waren im Jahr 2022 zwischen 691 und 783 Millionen Menschen auf der Welt von Hunger betroffen. Legt man den mittleren Wert der geschätzten Spanne zugrunde (fast 735 Millionen), so waren demnach im Jahr 2022 weltweit 122 Millionen mehr Menschen von Hunger betroffen als 2019. In Asien stieg die Zahl der Hungernden zwischen 2019 und 2022 um 58 Millionen auf 402 Millionen (55 Prozent der weltweiten Gesamtzahl). In Afrika waren im Jahr 2022 schätzungsweise 282 Millionen Menschen unterernährt (38 Prozent der weltweiten Gesamtzahl), das ist ein Anstieg von 11 Millionen Menschen gegenüber 2021, 57 Millionen gegenüber 2019 und 98 Millionen gegenüber 2000. In Lateinamerika und der Karibik belief sich die Zahl der unterernährten Menschen im Jahr 2022 auf 43,2 Millionen, ein Anstieg von 7,2 Millionen gegenüber 2019, aber ein Rückgang von 13,2 Millionen gegenüber 2000.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Weltweit starben im Jahr 2019 nach Zahlen des <a href="Global_Burden_of_Disease" title="Global Burden of Disease">Global Burden of Disease</a> Projekts zwischen 220.000 und 290.000 Menschen an den Folgen von Mangelernährung (das entspricht 0,4 Prozent aller Todesfälle), darunter rund 97.000 Kinder im Alter von unter 5 Jahren. Diese aggregierte Ursache umfasst Todesfälle aufgrund von Ernährungsmängeln aller Art, einschließlich Protein-Energie-Mangelernährung, Jodmangel, Vitamin-A-Mangel, Eisenmangel und anderen Ernährungsmängeln.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Der globalen Bewertung der Ernährungssicherheit zufolge waren im Jahr 2022 schätzungsweise 11,3 Prozent der Weltbevölkerung (900 Millionen Menschen) von schwerer Ernährungsunsicherheit und 18,3 Prozent der Weltbevölkerung (etwas mehr als 1,4 Milliarden Menschen) von moderater Ernährungsunsicherheit betroffen. Am stärksten betroffen ist Afrika, dort litten im Jahr 2022 60,9 Prozent der Bevölkerung unter moderater oder schwerer Ernährungsunsicherheit. In Lateinamerika und der Karibik betraf es 37,5 Prozent, in Asien 24,2 Prozent, in Ozeanien 13 Prozent und in Europa und Nordamerika 8 Prozent der Bevölkerung.
</p><p>Weltweit sind Frauen mehr von Ernährungsunsicherheit betroffen als Männer, bei den Frauen sind es 28,6 Prozent, bei den Männern 24,8 Prozent.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Laut den jüngsten Prognosen der Vereinten Nationen ist ein Anstieg der Weltbevölkerung auf etwa 8,5 Milliarden im Jahr 2030 und 9,7 Milliarden im Jahr 2050 zu erwarten.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine Vielzahl von Studien hat versucht, die zukünftige Entwicklung der globale Ernährungssicherheit unter verschiedenen sozioökonomischen und klimatischen Szenarien (<a href="Shared_Socioeconomic_Pathway" title="Shared Socioeconomic Pathway">SSPs</a>) zu prognostizieren. Laut einer 2021 erschienenen Meta-Analyse werden für den Anteil von Hunger bedrohten Bevölkerung in der Welt von 2010 bis 2050 eine Ab- bzw. Zunahme zwischen minus 91 Prozent und plus 8 Prozent ohne Berücksichtigung des Klimawandels und zwischen minus 91 Prozent und plus 30 Prozent bei Berücksichtigung des Klimawandels prognostiziert, wobei jedoch keine statistisch signifikanten Unterschiede festgestellt werden konnten.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursachen">Ursachen</h2></div>
<p>Einig ist man sich darüber, dass Hunger verschiedene Ursachen hat. Welchen davon jedoch wie viel Bedeutung beizumessen ist, ist je nach politischem Standpunkt und Interessenzugehörigkeit umstritten. Für die kommenden Jahrzehnte wird der <a href="Globale_Erw%C3%A4rmung" title="Globale Erwärmung">globalen Erwärmung</a> eine zunehmende Bedeutung beigemessen.<sup id="cite_ref-orf-2009-01-08_11-0" class="reference"><a href="#cite_note-orf-2009-01-08-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Politische,_soziale_und_ökonomische_Faktoren"><span id="Politische.2C_soziale_und_.C3.B6konomische_Faktoren"></span>Politische, soziale und ökonomische Faktoren</h3></div>
<p>Hunger entsteht heute selten dadurch, dass es rein mengenmäßig zu wenig Nahrung gibt. Verschiedene soziale, politische und ökonomische Faktoren sind dafür verantwortlich, dass die Nahrung nicht zu denjenigen gelangt, die sie brauchen.
</p><p>50 % der Hungernden sind <a href="Kleinbauer" title="Kleinbauer">Kleinbauern</a>, die hauptsächlich <a href="Selbstversorger" class="mw-redirect" title="Selbstversorger">Selbstversorger</a> sind. Da sie arm sind, können sie bei Bedarf keine ausreichenden Nahrungsmittel hinzukaufen und sind von Hunger bedroht, wenn ihre Ernte schlecht ausfällt oder – wenn sie Produkte zum Verkauf anbauen, um vom Erlös Nahrungsmittel zu kaufen – sie keine existenzsichernden Preise für ihre Waren erzielen können. 20 % der Hungernden sind <a href="Landlose" title="Landlose">Landarbeiter ohne eigenes Land</a>, weitere 20 % leben in städtischen <a href="Slum" title="Slum">Elendsvierteln</a>, die restlichen 10 % sind Fischer und Viehzüchter. Auch sie sind aufgrund ihrer Armut für Hunger anfällig. In vielen Ländern wird die Situation durch Naturkatastrophen (Klimaschwankungen, Dürre, Überschwemmungen etc.), durch bewaffnete Konflikte, Korruption und schlechte Regierungsführung verschärft.
Eine Studie der <a href="Konferenz_der_Vereinten_Nationen_f%C3%BCr_Handel_und_Entwicklung" title="Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung">UNCTAD</a> (United Nations Conference on Trade and Developement) zeigt, dass eine Ursache für Hungerkrisen darin liegt, dass die Märkte nicht gemäß der <a href="Markteffizienzhypothese" title="Markteffizienzhypothese">Markteffizienzhypothese</a> funktionieren, d. h., dass sie durch Anlegerverhalten verzerrte Preissignale senden, die nicht die Knappheit eines Nahrungsmittels wiedergeben.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In Entwicklungsländern tragen Nahrungsmittelspekulationen oft zu schwankenden und teuren Preisen bei. Familien in Entwicklungsländern müssen oft bis zu 70 % ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben. Wenn die Nahrungsmittelpreise steigen und sie mehr Geld für Essen ausgeben, haben sie weniger Mittel für Bildung, Gesundheit, Kleidung und Wohnkosten zur Verfügung.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nach Ansicht verschiedener Beobachter ist der Welthunger nicht von mangelnder Produktion verursacht, sondern von ungerechter Verteilung. Laut UN werden jedes Jahr 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel in den Müll geworfen, was rechnerisch etwa viermal so viel ist, wie nötig wäre, um das Hungerproblem in der Welt zu lösen. Allein die in den Industrienationen weggeworfene Menge von 300 Millionen Tonnen jährlich würde reichen, um alle hungernden Menschen zu ernähren.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>In den Industrieländern wird Hunger als gesellschaftliches Problem diskutiert. Es ist allerdings insgesamt weniger gravierend als in den Entwicklungsländern. Die Ursachen sind indes ähnlich: zunehmend ungleiche Einkommensentwicklung sowie in einigen Industrieländern eine relativ hohe <a href="Arbeitslosigkeit" title="Arbeitslosigkeit">Arbeitslosigkeit</a>.
</p><p>In den <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a> hungerten im Jahr 2005 10,8 Millionen US-Bürger. Insgesamt waren es gar 35 Millionen, also jeder achte US-Amerikaner, die „Schwierigkeiten hatten, sich zu ernähren“. Offiziell gibt es jedoch keine „Hungernden“, da die US-Regierung seit November 2006 stattdessen von Menschen mit „sehr geringer Nahrungssicherheit“ spricht.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Hilfsorganisation New York Food Bank gab im Juni 2008 bekannt, dass drei Millionen <a href="New_York_City" title="New York City">New Yorker</a>, also mehr als jeder Dritte, nicht genug Geld für Lebensmittel haben. 2007 nahmen 1,3 Millionen New Yorker die Hilfe von <a href="Suppenk%C3%BCche" title="Suppenküche">Suppenküchen</a> in Anspruch.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In den USA haben nach Schätzungen des CDC 30 % der Einwohner einen BMI von über 30 kg/m² und gelten damit als fettleibig. Sozial Schwächere (Ungebildetere, Ärmere) sowie benachteiligte Minderheiten (Indianer, Schwarze) sind sehr viel stärker von Übergewicht betroffen.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Januar 2010 hat <i>Feeding America</i> (FA), früher <i>America’s Second Harvest</i> genannt, ihren Bericht „<i>Hunger in America 2010.</i>“ publiziert. Die in Chicago beheimatete Organisation betreut jährlich 37 Millionen Personen. Nach ihren Umfrageergebnissen bekommen 37 Millionen Menschen in den USA, davon 14 Millionen Kinder und 3 Millionen Senioren, nicht genug zu essen.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Stand 2023 liegen die Inflationsraten für Grundnahrungsmittel in mehr als 66 Ländern bei über 15 %.<sup id="cite_ref-:0_19-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bevölkerungswachstum"><span id="Bev.C3.B6lkerungswachstum"></span>Bevölkerungswachstum</h3></div>
<p>Die Weltbevölkerung hat sich im letzten Jahrhundert nahezu vervierfacht; sie ist von 1900 bis 2003 von 1,6 auf 6,3 Milliarden gestiegen. Im Januar 2006 umfasste die Weltbevölkerung 6,519 Milliarden Menschen und beim Jahreswechsel 2014/15 rund 7,28 Milliarden Menschen.<sup id="cite_ref-20" class="reference"><a href="#cite_note-20"><span class="cite-bracket">[</span>20<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Besonders in den Entwicklungsländern wächst die Bevölkerung. Hohes Bevölkerungswachstum muss nicht zwangsläufig zu Hunger führen, in vielen Entwicklungsländern halten jedoch die natürlichen Ressourcen und das Angebot an Arbeitsplätzen nicht damit Schritt, so dass Bevölkerungswachstum („<a href="%C3%9Cberbev%C3%B6lkerung" title="Überbevölkerung">Überbevölkerung</a>“) zu einem Hungerrisiko wird. Siehe auch: <a href="Bev%C3%B6lkerungsentwicklung" title="Bevölkerungsentwicklung">Bevölkerungsentwicklung</a>.
</p><p>Insgesamt schrumpft durch das Weltbevölkerungswachstum die verfügbare landwirtschaftlich nutzbare Fläche pro Kopf.
</p><p>Trotzdem nahm im Weltdurchschnitt die Getreideproduktion pro Kopf und Jahr durch Verbesserung der Anbaumethoden bisher stetig zu. Heute stehen im Mittel pro Mensch und Tag ein Kilogramm Getreide zur Verfügung. Die Kalorienproduktion allein durch Getreide ist also ca. 3000 kcal pro Kopf und Tag.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Welthandelsstrukturen">Welthandelsstrukturen</h3></div>
<p>Die Strukturen des <a href="Weltwirtschaft" title="Weltwirtschaft">Welthandels</a> sind eine weitere Ursache für den Hunger in den Entwicklungsländern. Der Welthandel wird durch die Industrieländer dominiert. Der Anteil von Westeuropa am weltweiten Export betrug 2000 39,5 %, der Anteil von Nordamerika 17,1 %. Der Anteil Afrikas dagegen lag 2000 bei 2,3 %.
</p><p>Die Industrieländer propagieren einen <a href="Freihandel" title="Freihandel">freien Welthandel</a> und drängen daher die Entwicklungsländer dazu, Importbeschränkungen aufzugeben und ihre einheimische Landwirtschaft nicht mit <a href="Subvention" title="Subvention">Subventionen</a> zu unterstützen. Die Industrieländer selbst <a href="Agrarsubvention" title="Agrarsubvention">subventionieren ihre Landwirtschaft</a> jedoch massiv und fördern mit Exportsubventionen den Export von Produktionsüberschüssen in Entwicklungsländer („<a href="Agrardumping" title="Agrardumping">Agrardumping</a>“). Diese Überschüsse werden dort zu somit künstlich verbilligten Preisen angeboten und konkurrieren mit der Landwirtschaft der Entwicklungsländer. Einheimische Bauern verlieren als Folge ihre lokalen Absatzmärkte, müssen ihre Produktion auf den eigenen Bedarf beschränken oder ganz einstellen. Dadurch können ganze Länder von Importen abhängig werden. So war <a href="Mexiko" title="Mexiko">Mexiko</a> einst ein führender Produzent von <a href="Mais" title="Mais">Mais</a> in Lateinamerika, muss jedoch heute fast die Hälfte seines Maisbedarfs aus den USA importieren.<sup id="cite_ref-21" class="reference"><a href="#cite_note-21"><span class="cite-bracket">[</span>21<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Daneben beschränken die Industrieländer mit Handelsbarrieren den Import landwirtschaftlicher Produkte aus Entwicklungsländern.
</p><p>Die <a href="Industrie" title="Industrie">Industrie</a> ist in den meisten Entwicklungsländern schwach entwickelt. Viele Entwicklungsländer sind vom Export eines einzigen Rohstoffes abhängig. Diese wirtschaftlichen Strukturen stammen aus der Kolonialzeit, in der die Industrieländer ihre <a href="Kolonie" title="Kolonie">Kolonien</a> zum <a href="Export" title="Export">Export</a> von Rohstoffen und gleichzeitig zur Abnahme ihrer Industriegüter gezwungen hatten. 2001 waren 95 % aller Exporte von <a href="Guinea-Bissau" title="Guinea-Bissau">Guinea-Bissau</a> <a href="Kaschu" class="mw-redirect" title="Kaschu">Cashewnüsse</a>. 76 % des Exports von <a href="Burundi" title="Burundi">Burundi</a> war 2001 <a href="Kaffee" title="Kaffee">Kaffee</a>. 72 % aller <a href="Jamaika" title="Jamaika">jamaikanischen</a> Exporte war <a href="Aluminium" title="Aluminium">Aluminium</a>. Entsprechend schwer werden diese Länder von Preisschwankungen dieser Produkte getroffen, wie der Verfall des Kaffeepreises und die Folgen für Kaffeebauern auf der ganzen Welt („<a href="Kaffeekrise" title="Kaffeekrise">Kaffeekrise</a>“) deutlich machten.
</p><p>Die <a href="Staatsverschuldung_der_Entwicklungsl%C3%A4nder" title="Staatsverschuldung der Entwicklungsländer">Staatsverschuldung der Entwicklungsländer</a> führt dazu, dass die betreffenden Länder einen großen Teil ihrer Wirtschaftsleistung für Zinszahlungen an das Ausland aufbringen müssen. Dadurch stehen ihnen weniger Mittel für Entwicklung und Armutsbekämpfung zur Verfügung.
</p><p><span id="Konkurrenz_um_landwirtschaftliche_Nutzfl.C3.A4chen"></span><span id="Konkurrenz_um_landwirtschaftliche_Nutzflächen"></span>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Konkurrenz_um_landwirtschaftliche_Nutzflächen_und_Klimawandel"><span id="Konkurrenz_um_landwirtschaftliche_Nutzfl.C3.A4chen_und_Klimawandel"></span>Konkurrenz um landwirtschaftliche Nutzflächen und Klimawandel</h3></div>
<p>Seit dem <a href="Zweiter_Weltkrieg" title="Zweiter Weltkrieg">Zweiten Weltkrieg</a> zeichnet sich eine Veränderung der Ernährungsgewohnheiten auf der Welt ab. Der Fleischkonsum ist stark gestiegen, besonders in den Industrieländern, seit einiger Zeit auch in Schwellenländern.
</p><p>Heute werden viele der Tiere, die zur Fleischproduktion gemästet werden, mit <a href="Getreide" title="Getreide">Getreide</a> gefüttert. Etwa ein Drittel der weltweiten Getreideernte wird für die Fütterung von Nutztieren verbraucht. Nur etwa 10 % des verfütterten Getreides wird dabei in Fleischmasse umgewandelt, die restlichen 90 % sind für die menschliche Ernährung verloren.<sup id="cite_ref-22" class="reference"><a href="#cite_note-22"><span class="cite-bracket">[</span>22<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In <a href="Brasilien" title="Brasilien">Brasilien</a> dient bereits ein Fünftel der landwirtschaftlichen Nutzflächen zur Futtermittelproduktion für die Viehmast, und es wird weiterhin <a href="Tropischer_Regenwald" title="Tropischer Regenwald">Regenwald</a> abgeholzt, um weitere Anbauflächen dafür zu schaffen. Durch eine Senkung des Fleischkonsums könnten große Anbauflächen und Getreidemengen zugunsten der menschlichen Ernährung genutzt werden statt für die Viehmast.<sup id="cite_ref-23" class="reference"><a href="#cite_note-23"><span class="cite-bracket">[</span>23<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-24" class="reference"><a href="#cite_note-24"><span class="cite-bracket">[</span>24<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine vergleichbare Problematik sehen Umweltschutzorganisationen und Wissenschaftler in der zunehmenden Verwendung von landwirtschaftlichen Flächen für die Produktion von <a href="Biokraftstoff" title="Biokraftstoff">Biokraftstoffen</a>.<sup id="cite_ref-25" class="reference"><a href="#cite_note-25"><span class="cite-bracket">[</span>25<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Anfang 2007 stiegen in Mexiko die Preise für <a href="Tortilla_(Mexiko)" title="Tortilla (Mexiko)">Tortillas</a> – ein dort sehr verbreitetes Grundnahrungsmittel – weil in den USA immer mehr Mais zu <a href="Bioethanol" title="Bioethanol">Bioethanol</a> verarbeitet statt wie bisher in Schwellenländer wie Mexiko exportiert wird.<sup id="cite_ref-26" class="reference"><a href="#cite_note-26"><span class="cite-bracket">[</span>26<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Anfang 2008 warnte das <a href="Weltern%C3%A4hrungsprogramm_der_Vereinten_Nationen" title="Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen">Welternährungsprogramm der UN</a>, dass die Biotreibstoffproduktion, die steigende Nachfrage nach Futtermitteln für die Fleischproduktion und Ernteausfälle infolge des <a href="Globale_Erw%C3%A4rmung" title="Globale Erwärmung">Klimawandels</a> zu steigenden Nahrungsmittelpreisen und mehr Hunger führten (siehe <a href="FAO_Food_Price_Index" title="FAO Food Price Index">FAO Food Price Index</a>).<sup id="cite_ref-27" class="reference"><a href="#cite_note-27"><span class="cite-bracket">[</span>27<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Über die Ursachen der <a href="Nahrungsmittelpreiskrise_2007%E2%80%932008" title="Nahrungsmittelpreiskrise 2007–2008">Nahrungsmittelpreiskrise 2007–2008</a> gibt es kontroverse Forschung. <i>→ <a href="Biokraftstoff#Bewertung_von_Biokraftstoffen" title="Biokraftstoff">siehe Hauptartikel: Bewertung von Biokraftstoffen</a></i>
</p><p>Andererseits mildern Biokraftstoffe auch den Druck auf Regenwälder und Anbauflächen. So fallen beim Anbau von Bioenergie aus Raps, Getreide und Zuckerrüben in Deutschland neben dem Kraftstoff selbst auch sog. Koppelprodukte an, die als eiweißreiche Futtermittel verwendet werden (Rapsschrot/-kuchen, Getreidetrockenschlempe, Rübenschnitzel/-melasse). So wurden 2010 in Deutschland ca. 2,3 Mio. t Futtermittel hergestellt, was den Import von Sojaschrot aus Übersee stark reduzierte.<sup id="cite_ref-28" class="reference"><a href="#cite_note-28"><span class="cite-bracket">[</span>28<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Preise für <a href="Reis" title="Reis">Reis</a> und andere Grundnahrungsmittel sind in den Jahren 2007 und 2008 weltweit stark angestiegen, was in vielen Ländern, wie beispielsweise den <a href="Philippinen" title="Philippinen">Philippinen</a>, die Versorgung gering verdienender Bevölkerungsschichten bedroht. Dies wird einerseits mit zunehmendem Wohlstand in asiatischen Ländern erklärt, der zu erhöhter Nachfrage führe. Andererseits wird diskutiert, ob eine mögliche Verknappung der globalen Erdölproduktion als Folge eines globalen <a href="%C3%96lf%C3%B6rdermaximum" title="Ölfördermaximum">Ölfördermaximums</a> bereits durch steigende Preise für Treibstoffe zu einer Verteuerung von Lebensmitteln führt.
</p><p>Für die kommenden Jahrzehnte wird der <a href="Globale_Erw%C3%A4rmung" title="Globale Erwärmung">globalen Erwärmung</a> eine zunehmende Bedeutung beigemessen.<sup id="cite_ref-orf-2009-01-08_11-1" class="reference"><a href="#cite_note-orf-2009-01-08-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Laut 2012 veröffentlichten Simulationsstudien von Forschern des Institute of Development Studies (IDS) der <a href="University_of_Sussex" title="University of Sussex">University of Sussex</a> sind die Folgen des Klimawandels für die weltweite Nahrungsmittelproduktion zunächst massiv unterschätzt worden. Vorangegangene Studien hätten die Folgen von schleichenden Veränderungen von Temperaturen und Niederschlagsmustern untersucht. Extremwetterlagen und Unwetterkatastrophen seien darin aber noch nicht berücksichtigt worden und würden zu drastischen Steigerungen der <a href="Getreidepreis" class="mw-redirect" title="Getreidepreis">Getreidepreise</a> führen.<sup id="cite_ref-29" class="reference"><a href="#cite_note-29"><span class="cite-bracket">[</span>29<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="AIDS-Epidemie">AIDS-Epidemie</h3></div>
<dl><dd><dl><dd>Hauptartikel: <i><a href="HIV/AIDS_in_Afrika" title="HIV/AIDS in Afrika">HIV/AIDS in Afrika</a></i></dd></dl></dd></dl>
<p>Insbesondere in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara verschärft die <a href="AIDS" title="AIDS">AIDS</a>-Epidemie die Nahrungsmittelknappheit. Zum einen vermindert die Krankheit die Arbeitskraft, zum anderen steigert sie den Nahrungs- und Energiebedarf der Betroffenen. AIDS betrifft vor allem die mittlere Generation. Zurück bleiben Kinder und alte Menschen. Dadurch fehlen Arbeitskräfte. Wertvolle Kenntnisse in Handwerk und Landwirtschaft können nicht mehr an die nächste Generation weitergegeben werden. Dies führt zu einer Zunahme von Hunger und Unterernährung.<sup id="cite_ref-30" class="reference"><a href="#cite_note-30"><span class="cite-bracket">[</span>30<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="COVID-19-Pandemie_und_Russisch-Ukrainischer_Krieg">COVID-19-Pandemie und Russisch-Ukrainischer Krieg</h3></div>
<p>Aus der <a href="COVID-19-Pandemie" title="COVID-19-Pandemie">COVID-19-Pandemie</a> und dem <a href="Russischer_%C3%9Cberfall_auf_die_Ukraine_2022" class="mw-redirect" title="Russischer Überfall auf die Ukraine 2022">russischen Überfall auf die Ukraine</a> hat sich im Jahr 2022 eine Preis- und Verteilungskrise für Nahrungsmittel ergeben, insbesondere für Getreide.<sup id="cite_ref-31" class="reference"><a href="#cite_note-31"><span class="cite-bracket">[</span>31<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Preise stiegen nach dem Überfall in Vorwegnahme einer Knappheit.<sup id="cite_ref-32" class="reference"><a href="#cite_note-32"><span class="cite-bracket">[</span>32<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aufgrund blockierter Lieferungen und Exportstopps sank das Angebot von Weizen, ebenso wie von Öl und Energie.<sup id="cite_ref-33" class="reference"><a href="#cite_note-33"><span class="cite-bracket">[</span>33<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="sieheauch" role="navigation" style="font-style:italic;"><span class="sieheauch-text">Siehe auch</span>: <a href="Sanktionen_gegen_Russland_seit_dem_%C3%9Cberfall_auf_die_Ukraine#Weiterreichende_Konsequenzen_–_ökonomische_Entwicklung" title="Sanktionen gegen Russland seit dem Überfall auf die Ukraine">Sanktionen gegen Russland seit dem Überfall auf die Ukraine#Weiterreichende Konsequenzen – ökonomische Entwicklung</a></div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Lösungsansätze"><span id="L.C3.B6sungsans.C3.A4tze"></span>Lösungsansätze</h2></div>
<p>Das Problem Welthunger und dessen Lösungsansätze sind komplex. Ein Patentrezept gibt es nicht. Je nach Region müssen die dortigen sozialen, politischen, wirtschaftlichen, ökologischen und geographischen Bedingungen berücksichtigt werden.
</p><p>Die <a href="Ern%C3%A4hrungs-_und_Landwirtschaftsorganisation_der_Vereinten_Nationen" title="Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen">Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen</a> (FAO) geht davon aus, dass genug Nahrungsmittel produziert werden können, um den Welthunger zu reduzieren. Es sei möglich, sowohl die Ursachen als auch die Auswirkungen wirksam zu bekämpfen. Einerseits müssen Nahrungsversorgung und Einkommen der Armen gesteigert werden, indem deren Produktivität erhöht wird. Andererseits sind Maßnahmen erforderlich, die diese Menschen kurzfristig versorgen. Außerdem müssen die Regierungsstrukturen in den betroffenen Ländern gestärkt werden, um eine nachhaltige und gleiche Grundversorgung zu gewährleisten.<sup id="cite_ref-35" class="reference"><a href="#cite_note-35"><span class="cite-bracket">[</span>35<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein weiterer Lösungsansatz ist die Eindämmung des Bevölkerungswachstums, z. B. durch staatliche Maßnahmen und vermehrte sexuelle Aufklärung zur Empfängnisverhütung. Auch allgemeine Bildungsprogramme für Mädchen und Frauen können dazu beitragen, das Bevölkerungswachstum einzudämmen; laut Studien der <a href="Weltbank" title="Weltbank">Weltbank</a> ist die Geburtenrate bei Frauen ohne Schulbildung dreimal höher als bei Schulabsolventinnen. Kontrovers beurteilt werden staatlich verordnete Maßnahmen wie die <a href="Ein-Kind-Politik" title="Ein-Kind-Politik">Ein-Kind-Politik</a> Chinas; im dicht bevölkerten afrikanischen <a href="Ruanda" title="Ruanda">Ruanda</a>, wo die Geburtenrate bei etwa sechs Kindern pro Paar liegt, bestehen Pläne für eine „Drei-Kinder-Politik“.<sup id="cite_ref-36" class="reference"><a href="#cite_note-36"><span class="cite-bracket">[</span>36<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein weiterer Ansatzpunkt ist die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktionsmethoden, insbesondere die Förderung produktiverer und umweltschonender Anbautechniken und entsprechende Bildungsprogramme für Bauern. Die Bekämpfung der <a href="Desertifikation" title="Desertifikation">Desertifikation</a> soll verhindern, dass landwirtschaftlich nutzbares Land verloren geht. Bei sogenannten innovativen <a href="Food_for_Work" class="mw-redirect" title="Food for Work">Food-for-Work</a>-Projekten vom UN-<a href="Weltern%C3%A4hrungsprogramm_der_Vereinten_Nationen" title="Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen">Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen</a> werden Projektteilnehmer vom WFP für ihre geleistete Arbeit mit Nahrungsmitteln bezahlt, damit sie in Zukunft sich selbst, ihre Familien und Gemeinden selbst versorgen zu können.<sup id="cite_ref-37" class="reference"><a href="#cite_note-37"><span class="cite-bracket">[</span>37<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> So können die Kleinbauern mehr Nahrungsmittel produzieren als ihre Familien benötigen, die daraus entstandenen Überschüsse verkaufen und mehr verdienen, wenn sie bessere Anbaumethoden lernen.<sup id="cite_ref-38" class="reference"><a href="#cite_note-38"><span class="cite-bracket">[</span>38<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine 2023 erschienene Studie behauptet, dass eine mangelfreie Versorgung von 10 Milliarden Menschen auch angesichts absehbarer Klimafolgen möglich ist, sofern räumliche Neuordnungen und Abstimmungen von Klimazonen und angebauten Lebensmitteln erfolgten.<sup id="cite_ref-39" class="reference"><a href="#cite_note-39"><span class="cite-bracket">[</span>39<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Undemokratische Strukturen und schlechte Regierungsführung stehen in vielen Entwicklungsländern der Bekämpfung des Hungers im Weg. Gezielte Förderungen für demokratische Reformen und Programme zur Bekämpfung von Korruption durch internationale Organisationen könnten in diesem Bereich eingesetzt werden. Das <a href="International_Food_Policy_Research_Institute" title="International Food Policy Research Institute">International Food Policy Research Institute</a> vergleicht in seinem <a href="Welthunger-Index" title="Welthunger-Index">Welthunger-Index</a> die Lage von 119 Entwicklungsländern und osteuropäischen Transformationsstaaten in den letzten 25 Jahren, um den politischen Willen gegen Hunger zu stärken. In zwei Dritteln der Länder hätten sich magere Erfolge gezeigt. Zehn afrikanische Staaten stehen am Schluss der Liste, <a href="Burundi" title="Burundi">Burundi</a> zuallerletzt: Sie alle leiden (indirekt) an Krieg(sfolgen). Stabile Länder wie <a href="Ghana" title="Ghana">Ghana</a> und Nachkriegsländer wie <a href="Mosambik" title="Mosambik">Mosambik</a>, <a href="%C3%84thiopien" title="Äthiopien">Äthiopien</a> und <a href="Angola" title="Angola">Angola</a> hätten in den letzten zehn Jahren „beeindruckende Fortschritte“ erzielt. Besonders in <a href="Asien" title="Asien">Asien</a> zeigt sich, dass positive wirtschaftliche Entwicklung eine bessere Stellung im Welthungerindex bewirkt, wo in Landwirtschaft, Bildung und Gesundheitsvorsorge investiert wird. <a href="Indien" title="Indien">Indien</a> sei Beispiel für schlechte Regierungsarbeit – mit vielen unterernährten Kindern trotz Wirtschaftsboom.<sup id="cite_ref-40" class="reference"><a href="#cite_note-40"><span class="cite-bracket">[</span>40<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Viele internationale Hilfsorganisationen setzen immer mehr auf Schulspeisungsprogramme. Durch kostenlose Schulmahlzeiten steigt die Zahl der Kinder und vor allem der Mädchen, die zur Schule geschickt werden, deutlich an. Gleichzeitig können sich Kinder, denen der Magen nicht vor Hunger knurrt, besser auf den Unterricht konzentrieren. So haben sie die Chance, den Kreislauf aus Hunger und mangelnder Bildung zu durchbrechen. Das <a href="Weltern%C3%A4hrungsprogramm_der_Vereinten_Nationen" title="Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen">Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen</a> unterstützt jährlich über 20 Millionen Kinder in Entwicklungsländern mit Schulmahlzeiten.<sup id="cite_ref-41" class="reference"><a href="#cite_note-41"><span class="cite-bracket">[</span>41<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ein weiterer Schritt könnte eine Reform der Welthandelsstrukturen sein, etwa der Abbau der milliardenschweren Exportsubventionen, mit denen die Industrieländer ihre landwirtschaftlichen Überschüsse verbilligt in Entwicklungsländer exportieren und so in Konkurrenz zu der einheimischen Kleinlandwirtschaft treten. Weitere Maßnahmen könnten Schuldenerlasse, höhere und effizientere Entwicklungshilfen und die Sicherstellung gerechter Rohstoffpreise sein. Darüber hinaus wird oft ein verbesserter Zugang für landwirtschaftliche Produkte aus Entwicklungsländern zu den Märkten der Industrieländer gefordert. Ob höhere landwirtschaftliche Exporte den Hungernden helfen, ist jedoch fraglich. Meist kommen die Exporterlöse lediglich einer kleinen Schicht von <a href="Gro%C3%9Fgrundbesitzer" title="Großgrundbesitzer">Großgrundbesitzern</a> zugute. In vielen Ländern ist der Landbesitz sehr ungleich verteilt, die Mehrheit der Hungernden sind landlose Landarbeiter und Kleinbauern. <a href="Landreform" title="Landreform">Landreformen</a> wären vielerorts ein Ansatz, um die Ursachen von Hunger und Armut anzugehen.
</p><p>Nicht unwichtig bei der Bekämpfung des Welthungers ist die Nahrungsmittelverschwendung in den Industrieländern. Von den 80 Kilogramm Lebensmitteln, die jeder Deutsche im Jahr wegwerfe, seien 50 Kilogramm vermeidbar.<sup id="cite_ref-42" class="reference"><a href="#cite_note-42"><span class="cite-bracket">[</span>42<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Einzelne Forscher untersuchen auch Grundeinkommenskonzepte zur Bekämpfung des Hungers. Frankman und Busilacchi denken zur Finanzierung eines solchen transnationalen Grundeinkommens eine global erhobene Ökosteuer oder eine Börsentransaktionssteuer an.<sup id="cite_ref-ssoar.info_43-0" class="reference"><a href="#cite_note-ssoar.info-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-ssoar.info_43-1" class="reference"><a href="#cite_note-ssoar.info-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Eine Studie<sup id="cite_ref-44" class="reference"><a href="#cite_note-44"><span class="cite-bracket">[</span>44<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> der NGO FIAN befindet, dass sich das Transfervolumen im Grundeinkommensfall eher noch verringern würde. Würde gemäß dieser Studie ein Land wie Deutschland weniger als den Betrag, den es sowieso schon an Entwicklungshilfe zahlen müsste, nämlich 0,24 % des Bruttoinlandsprodukts, in einen internationalen Grundeinkommensfonds für Ernährung einzahlen, könnte der Hunger mit einem Schlage ausradiert werden.<sup id="cite_ref-ssoar.info_43-2" class="reference"><a href="#cite_note-ssoar.info-43"><span class="cite-bracket">[</span>43<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Rahmen einer Aktionswoche taten sich im September 2023 32 deutsche NGOs zusammen, um auf vergessene Krisen hinzuweisen. Dabei war das primäre Ziel der Kampagne, Kritik an politischer Inkonsequenz, dürftiger Berichterstattung zur Hungerkrise und der Verschärfung dieser durch den menschengemachten Klimawandel zu üben und mehr Aufmerksamkeit für von Hungersnot und Mangelernährung Betroffene zu schaffen.<sup id="cite_ref-45" class="reference"><a href="#cite_note-45"><span class="cite-bracket">[</span>45<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Filme">Filme</h2></div>
<ul><li>2009: <a href="Hunger_(Dokumentarfilm)" title="Hunger (Dokumentarfilm)">Hunger</a>, Dokumentarfilm von <a href="Karin_Steinberger" title="Karin Steinberger">Karin Steinberger</a> und <a href="Marcus_Vetter" title="Marcus Vetter">Marcus Vetter</a> – <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videos/hunger-dokumentation-ueber-menschen-die-gegen-hunger-kaempfen-100.html">Video in der ARD Mediathek</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Hans-Heinrich Bass: <i>Welternährung in der Krise.</i> GIGA Focus Global Nr. 5, 2012 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/31121/ssoar-2012-bass-welternahrung_in_der_krise.pdf?sequence=1&isAllowed=y&lnkname=ssoar-2012-bass-welternahrung_in_der_krise.pdf">PDF; 618 kB</a>)</li>
<li>Hans-Heinrich Bass: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.rural21.com/english/search/detail/article/the-relevance-of-speculation.html">The relevance of speculation.</a></i> In: Rural 21. The International Journal for Rural Development 05/2011, S. 17–21</li>
<li>Martín Caparrós: <i>Der Hunger.</i> <a href="Suhrkamp_Verlag" title="Suhrkamp Verlag">Suhrkamp Verlag</a> Berlin 2015, ISBN 978-3-518-42512-1 (Originaltitel: <i>El hambre.</i>)</li>
<li>Jennifer Clapp: <i>Hunger in the Balance: The New Politics of International Food Aid.</i> Cornell University Press, Ithaca 2015, ISBN 978-1-5017-0065-1.</li>
<li><i>Fifth Report on the World Food Situation: Nutrition for Improved Development Outcomes.</i> Vereinte Nationen, New York 2004. (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.unscn.org/layout/modules/resources/files/rwns5.pdf">PDF; 1,8 MB</a>)</li>
<li><a href="Harald_Gesterkamp" title="Harald Gesterkamp">Harald Gesterkamp</a>: Nebenbei Terrorist. Roman. <a href="Renneritz_Verlag" title="Renneritz Verlag">Renneritz Verlag</a> Sandersdorf-Brehna 2022. ISBN 978-3-940684-34-9.</li>
<li>H. Leathers: <i>The World Food Problem: Toward Ending Undernutrition in the Third World.</i> Lynne Rienner Publishers, 2009.</li>
<li><a href="Per_Pinstrup-Andersen" title="Per Pinstrup-Andersen">P. Pinstrup-Andersen</a>, R. Pandya-Lorch: <i>The unfinished Agenda: Perspectives on Overcoming Hunger, Poverty, and Environmental Degradation.</i> International Food Policy Research Institute, Washington 2001, <a rel="nofollow" class="external text" href="http://books.google.com/books?id=efiO4FIY-fIC&printsec=frontcover&dq=The+unfinished+Agenda:+Perspectives+on+Overcoming+Hunger,+Poverty,+and+Environmental+Degradation&hl=de&ei=qwFtTLS5GNWT4Qa_85yzCw&sa=X&oi=book_result&ct=result&resnum=1&ved=0CCgQ6AEwAA#v=onepage&q&f=false">Online</a></li>
<li>C. Ford Runge et al: <i>Ending hunger in our lifetime: food security and globalization.</i> <a href="Johns_Hopkins_University" title="Johns Hopkins University">Johns Hopkins University</a> Press, 2003, ISBN 0-8018-7726-1 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.ifpri.org/publication/ending-hunger-our-lifetime">PDF; 7,1 MB</a>)</li>
<li><a href="Amartya_Sen" title="Amartya Sen">Amartya Sen</a>: <i>Poverty and Famines. An Essay on Entitlement and Deprivation.</i> Clarendon Press, Oxford 1982, ISBN 0-19-828463-2</li>
<li><a href="Tatjana_T%C3%B6nsmeyer" title="Tatjana Tönsmeyer">Tatjana Tönsmeyer</a>, H. Wieters (Hrsg.): <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://zeithistorische-forschungen.de/2-2021/5947">Welt – Hunger – Hilfe. Zur Zeitgeschichte eines Menschheitsproblems.</a></i> <a href="Zeithistorische_Forschungen" title="Zeithistorische Forschungen">Zeithistorische Forschungen</a> <a rel="nofollow" class="external text" href="https://zeithistorische-forschungen.de/2-2021">2/2021</a>.</li>
<li>United Nations: <i>Prize Formation in Financialized Commodity Markets. The Role of Information.</i> (<a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.unctad.org/en/docs/gds20111_en.pdf">PDF; 2,24 MB</a>)</li>
<li><a href="Jean_Ziegler" title="Jean Ziegler">Jean Ziegler</a>: <i>Wir lassen sie verhungern – die Massenvernichtung in der dritten Welt.</i> <a href="C._Bertelsmann_Verlag" title="C. Bertelsmann Verlag">C. Bertelsmann Verlag</a>, München 2012, ISBN 978-3-570-10126-1.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Anteil_an_unterern%C3%A4hrten_Personen" title="Liste der Länder nach Anteil an unterernährten Personen">Liste der Länder nach Anteil an unterernährten Personen</a></li>
<li><a href="Liste_von_Hungersn%C3%B6ten" title="Liste von Hungersnöten">Liste historischer Hungersnöte</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Welthunger" class="extiw external" title="wikt:Welthunger">Wiktionary: Welthunger</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.fao.org/">Website der Welternährungsorganisation</a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://wfp.org/de">Website des Welternährungsprogramms</a> (deutsch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.worldbank.org/">Website der Weltbank</a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ifpri.org/">Website des Internationalen Forschungsinstituts für Agrar- und Ernährungspolitik</a> (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zeit.de/2012/42/Jean-Ziegler-Wir-lassen-sie-verhungern-Rezension">Jean Ziegler: „Hunger – Die falschen Gegner“</a></li>
<li><style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r261891140">
/* start https://de.wikipedia.org/ */
.mw-parser-output .webarchiv-memento a{color:inherit}
/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><a rel="nofollow" class="external text" href="https://web.archive.org/web/20140811025026/http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/glauben_und_wissen/audio121656-popup.html">Audio-Beitrag zum Thema Welthunger</a> (<span class="webarchiv-memento"><a href="Webarchivierung#Begrifflichkeiten" title="Webarchivierung">Memento</a></span> vom 11. August 2014 im <i><a href="Internet_Archive" title="Internet Archive">Internet Archive</a></i>)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://de.wfp.org/hunger-beenden">Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen: Hunger – das größte lösbare Problem der Welt</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://de.wfp.org/hunger/hunger-statistik">WFP: Zahlen und Fakten über Hunger</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.arte.tv/de/videos/065803-000-A/linsen-das-rezept-gegen-den-welthunger/"><i>Linsen: Das Rezept gegen den Welthunger</i></a> <a href="Dokumentarfilm" title="Dokumentarfilm">Dokumentarfilm</a>, Deutschland, 2017, 53 Min., Regie: Frigge Mehring. In: <a href="Arte" title="Arte">Arte</a> am 4. November 2017 (online bis zum 3. Januar 2018).</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<div class="mw-references-wrap mw-references-columns"><ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.wfp.org/news/world-wealth-9-million-people-die-every-year-hunger-wfp-chief-tells-food-system-summit"><i>In world of wealth, 9 million people die every year from hunger, WFP Chief tells Food System Summit.</i></a><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 20. April 2024</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AWelthunger&rft.title=In+world+of+wealth%2C+9+million+people+die+every+year+from+hunger%2C+WFP+Chief+tells+Food+System+Summit&rft.description=In+world+of+wealth%2C+9+million+people+die+every+year+from+hunger%2C+WFP+Chief+tells+Food+System+Summit&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.wfp.org%2Fnews%2Fworld-wealth-9-million-people-die-every-year-hunger-wfp-chief-tells-food-system-summit"> </span></span>
</li>
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